Infos / Aktuelles

Wochenkinder in der DDR & unerhört!

Am 07.10. um 17:00 Uhr findet die Ausstellungseröffnung in der Amthorpassage in Gera Gera statt. Die Ausstellungen widmen sich einem besonderen und lange wenig beachteten Kapitel der DDR-Geschichte. Wochenkrippen waren in der DDR allgegenwärtig, so auch in Gera. Damit Mütter arbeiten konnten, wurden viele Kleinkinder im Alter von 0 bis 3 Jahren die Woche über in diesen Einrichtungen betreut, manchmal auch am Wochenende. „Unerhört!" ergänzt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema durch künstlerische Selbstzeugnisse von ehemaligen Wochenkindern in der DDR. Was bedeutete dieses Aufwachsen für die Kinder und ihre Familien? Welche Erfahrungen, Erinnerungen und Spuren haben die ehemaligen Wochenkinder bis heute geprägt?

Mit Podiumsdiskussion mit den Gästen Christian Jakubaszek (Wochenkinder e.V.), Cornelia Rank (Kulturwissenschaftlerin), Heike Liebsch (Historikerin). Moderation: Fabian Schwitter (Journalist)

Die Ausstellung ist noch geöffnet bis zum 28.11.2026

Link



"Die Wochenkinder" von Alexander Teske

Jan Josef Liefers berichtet von seiner Ketamintherapie. Sandy Graf wurde von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben und Bernd Liebenau kam bis zum Alter von sechs Jahren nur einmal im Monat nach Hause. Sie sind drei von etwa 500.000
Wochenkindern. Sie wurden von Montagmorgen bis Freitagnachmittag fremdbetreut, blieben über Nacht in den Wochenkrippen. Denn in der DDR sollten die Frauen arbeiten. Die Säuglinge von Alleinerziehenden, Schichtarbeiterinnen oder Künstlern wurden bereits im Alter von sechs Wochen abgegeben. Die Eltern wusste nicht, dass die Säuglinge teilweise nachts fixiert wurden, Beruhigungsmittel bekamen und krank in Isolierzimmern lagen. Denn sie durften die Wochenkrippen nicht betreten.

Die Buchpremiere findet am 06.10. um 20:00 Uhr im Pfefferberg Theater in der Schönhauser Allee 176 10119 Berlin statt.

Link



Jahrestreffen der Wochenkinder vom 4.-6. September

Das zweite deutschlandweite Jahrestreffen der Wochenkinder fand vom 4.-6. September 2026 in Berlin-Wannsee statt.

Am Freitag fand eine Buchlesung und die Vorstellung des Wochenkinder Podcasts "Ungehalten" statt. Samstag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, aus einem Angebot von 7 verschiedenen parallel laufenden Workshops und Schnupperkursen zu wählen, wie z.B. Bonding, Somatic Experiencing, SourceTuning und Feldenkrais. Diese Angebote haben bereits anderen Wochenkindern geholfen und hier konnte man sie einfach ausprobieren. Am Abend wurde bei der Disco losgelassen und getanzt. Am Sonntag gab es zwei Vorträge. Frau Stefanie Knorr, Diplom-Psychologin von der Universitätsmedizin in Rostock, zeigte ausgewählte Ergebnisse des Forschungsprojekts „Bindung und seelische Gesundheit ehemaliger Wochenkrippenkinder“ zu Psychopathologie, Bindungserleben und Traumatisierungen im Lebensverlauf der ehemaligen Wochenkrippenkinder im Vergleich zu frühkindlich familiär- und tages­krippenbetreuten Personen. Benjamin C. J. Eckel von der Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. stellte im Oktober 2026 anstehende Künstlerische Ausstellung in Gera vor und berichtete über die eignen Forschungsergebnisse aus Gera, die auf Archivrecherchen, Interviews und Zuschriften fußten.

Was die Teilnehmer dazu sagten und einige ausgewählt Bilder vom Treffen gibt es un der dem Link.

Link



Frau Evelyn Zupke, Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag erwähnt Wochenkinder im Jahresbericht 2026

In Drucksache 21/6840 des Deutschen Bundestages der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur heisst es u.a. "Nach derzeitiger Rechtslage ist die Unterbringung in einer Wochenkrippe oder einem Wochenheim grundsätzlich nicht rehabilitierungsfähig. Auch wenn die Unterbringung in einer Wochenkrippe nicht eine politische Verfolgung im Sinne der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze darstellt, handelt es sich um ein Unrecht, welches die Betroffenen erlitten haben, und das im direkten Zusammenhang mit staatlichem Handeln in der SED-Diktatur steht. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die SED-Führung trotz Kenntnis der Forschungslage und der geänderten Praxis in anderen Ländern sich bewusst entschied, weiterhin Kinder in Wochenkrippen unterzubringen, um die Arbeitskraft der Eltern voll ausschöpfen zu können.

Der Bundesbeauftragten ist wichtig, dass die Öffentlichkeit stärker für die Hintergründe und Auswirkungen der Unterbringung in Wochenkrippen sensibilisiert wird, umso bestehenden Stigmatisierungen von Betroffenen entgegenzuwirken. Sie ist daher ausgesprochen dankbar für die Arbeit des Vereins Wochenkinder e.V., welcher einen entscheidenden Beitrag in der Vernetzung von Betroffenen und der Information der Öffentlichkeit leistet."

Link



Wochenkinder Podcast "Ungehalten" gestartet

Der "Ungehalten" Podcast – der autobiografische Podcast der Wochenkinder. Durch den Podcast führen Nelia und Alexander, Mitglieder des Wochenkinder e.V.’s. Sie wollen herausfinden, wie die Kindheit mit dem Erwachsenenleben zusammenhängt und ob es tatsächlich nie zu spät ist, eine glückliche Kindheit gehabt zu haben. Sie wollen erklären was Wochenkrippen sind, was das mit den Kindern, den Eltern und Erziehern gemacht hat und wie es den Wochenkindern heute geht. Sie werden ihre Geschichten erzählen und Erziehungswissenschaftler, Psychotherapeuten sowie Kulturschaffende zur Kinderbetreuung befragen. Denn die Frage wann gebe ich mein Kind erstmals dauerhaft in fremde Hände ist auch heute umstritten und ein hoch emotionales Thema.

Der Podcast ist ein Projekt des "Wochenkinder e.V." und wurde durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Link



  • 1
  • 2
  • …
  • 5